Zum Inhalt springen

Wie und ab wann Sie Sämlinge für Ihr Hochbeet richtig pikieren

Kräftige Jungpflanzen statt dünner Triebe: Mit dem richtigen Zeitpunkt, nährstoffarmer Erde und schmalem Werkzeug gelingt das Umsetzen aus der Anzuchtschale ohne Wurzelschäden.

Von Veröffentlicht am 13 Min. Lesezeit

Gärtnerhände setzen einen zarten grünen Sämling mithilfe eines schmalen Pikierstabs vorsichtig in einen vorbereiteten Anzuchttopf mit feiner Erde
Beim Pikieren wird der junge Keimling vorsichtig aus der gemeinsamen Schale gehoben und in ein eigenes Gefäß gesetzt.

Kurz gesagt

Beim Pikieren setzen Sie dicht stehende Sämlinge aus einer gemeinsamen Aussaatschale in eigene Töpfe oder mit fünf bis zehn Zentimetern Abstand um. Der richtige Zeitpunkt ist erreicht, sobald sich nach den Keimblättern die ersten echten Blattpaare zeigen. Mit einem schmalen Pikierstab hebeln Sie die Pflänzchen wurzelschonend heraus und regen sie in nährstoffarmer Anzuchterde zu kräftigem Wurzelwachstum an.

  • Pikieren bedeutet das Umsetzen junger Sämlinge aus einer gemeinsamen Anzuchtschale in eigene Töpfe oder auf größeren Abstand mithilfe eines schmalen Stabs.
  • Der optimale Zeitpunkt ist gekommen, sobald sich nach den ersten Keimblättern die ersten echten Blattpaare vollständig ausgebildet haben.
  • Auch nach dem Umsetzen gehört nährstoffarme Anzuchterde in die Töpfe, damit die Jungpflanzen auf der Suche nach Nährstoffen ein dichtes Wurzelnetz bilden.
  • Fassen Sie die empfindlichen Pflanzen beim Umsetzen immer an den Keimblättern und niemals am weichen Stängel an, um Quetschungen zu vermeiden.
  • Kürbisgewächse wie Gurken und Zucchini sowie Wurzelgemüse wie Möhren haben sehr empfindliche Wurzeln und werden nicht pikiert, sondern direkt einzeln gesät.

Was bedeutet es, Sämlinge zu pikieren, und warum lohnt sich der Aufwand?

Unter dem Pikieren versteht man im Gartenbau das behutsame Ausheben und Umsetzen junger Pflanzen aus einer gemeinsamen Aussaatschale in einzelne Töpfe oder in ein neues Gefäß mit größerem Pflanzabstand. Der Begriff leitet sich vom französischen Wort piquer für „stechen“ ab und verweist auf den spitzen Stab, mit dem die kleinen Pflanzen aus der Erde gelöst und in vorgebohrte Pflanzlöcher gesetzt werden.

Wer im Frühjahr Gemüse, Kräuter oder Sommerblumen für das Hochbeet auf der Fensterbank vorzieht, sät die feinen Samen meist breitwürfig oder in engen Reihen in eine Schale. Sobald der Keimling die Erdoberfläche durchbricht, beginnt eine Wachstumsphase, die viel Energie erfordert. In der engen Schale treten die jungen Pflanzen rasch in direkte Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe. Stehen sie zu dicht oder in einer zu dunklen Umgebung, streben sie stark dem Licht entgegen: Sie bilden lange, dünne Stängel, knicken leicht um und werden anfällig für Pilze und andere Krankheitserreger, die im schlimmsten Fall die gesamte Aussaat eines Topfes erfassen können.

Durch das rechtzeitige Umsetzen erhält jede ausgewählte Jungpflanze ihren eigenen Platz. Ohne den Konkurrenzdruck der direkten Nachbarn wachsen die Pflänzchen langsamer in die Höhe und entwickeln sich stattdessen deutlich kompakter und standfester. Gleichzeitig regt das Umsetzen – und das eventuelle Einkürzen sehr langer Wurzeln – die Pflanze dazu an, ihr Wurzelsystem stärker zu verzweigen. Das zahlt sich später aus, wenn Sie Ihr Hochbeet dicht bepflanzen und Mischkultur auf begrenzter Fläche nutzen möchten: Nur Jungpflanzen mit einem kräftigen Wurzelballen wachsen im Hochbeet zügig und ohne Wachstumsstockung an.

Ab wann sollten Sämlinge für das Hochbeet pikiert werden?

Der richtige Zeitpunkt zum Pikieren ist erreicht, sobald die jungen Pflanzen nach den ersten Keimblättern die ersten echten Blattpaare ausgebildet haben. In diesem Stadium sind die Wurzeln bereits kräftig genug, um das Umsetzen zu verkraften, aber noch nicht so stark miteinander verwachsen, dass sie beim Trennen unweigerlich abreißen.

Wenn ein Samen keimt, schiebt er zunächst die sogenannten Keimblätter ans Licht. Diese sind bereits im Samenkorn angelegt, meist schlicht geformt und sehen bei vielen Pflanzenarten sehr ähnlich aus. Erst das darauffolgende Blattpaar zeigt die typische Form der jeweiligen Gemüse- oder Kräuterart – etwa die charakteristisch gezackten Blätter bei Tomaten. Wartet man mit dem Pikieren zu lange, verfilzen die feinen Wurzeln der Nachbarpflanzen in der Anzuchtschale zu einem dichten Geflecht. Umgekehrt sind Sämlinge, die ausschließlich Keimblätter tragen, meist noch zu zart und besitzen kaum Wurzelmasse.

Einen festen Kalendertermin für alle Kulturen gibt es nicht, da die Keimdauer stark von der Pflanzenart, der Temperatur und dem Lichtangebot abhängt. Prüfen Sie Ihre Aussaatschalen auf der Fensterbank daher regelmäßig auf das Erscheinen der ersten echten Laubblätter. Sollten die Keimlinge bereits kurz nach dem Auflaufen durch Lichtmangel stark in die Höhe schießen, hilft es, die Schale etwas kühler zu stellen – das bremst das übermäßige Längenwachstum, bis die Pflanzen groß genug für das Pikieren sind.

Welche Gemüsesorten werden pikiert und welche vertragen das Umsetzen nicht?

Während viele klassische Gemüsekulturen, Kräuter und Sommerblumen das Pikieren sehr gut vertragen und dadurch kräftiger wachsen, dürfen Arten mit empfindlichen Wurzeln nicht pikiert werden. Dazu zählen vor allem Kürbisgewächse wie Gurken und Zucchini sowie Wurzelgemüse wie Möhren und Pastinaken.

Bei Wurzelgemüse bildet der Keimling früh eine zentrale Pfahlwurzel aus, aus der später der essbare Teil der Pflanze entsteht. Wird diese Hauptwurzel beim Ausheben verletzt oder beim Einsetzen geknickt, wächst die Wurzel krumm, spaltet sich auf oder verkümmert. Kürbisgewächse reagieren auf Wurzelverletzungen ebenfalls sehr empfindlich und stellen das Wachstum nach einer Störung oft tagelang ein. Bei Hülsenfrüchten wie Bohnen und Erbsen steht der zeitliche Aufwand des Pikierens in keinem günstigen Verhältnis zum Nutzen.

Eignung verschiedener Pflanzengruppen zum Pikieren sowie empfohlene Nachkultur (Werte und Zuordnung nach NDR Ratgeber Garten)
Pflanzengruppe / BeispielePikieren sinnvoll?Empfohlene Vorgehensweise und Besonderheiten
Vorzucht-Gemüse und Sommerblumen (allgemein)JaIn Aussaatschale vorziehen; pikieren nach Bildung der ersten echten Blattpaare; Weiterkultur bei 15 bis 18 °C
Kürbisgewächse (z. B. Zucchini, Gurken)NeinBesitzen sehr empfindliche Wurzeln, die beim Ausheben schnell Schaden nehmen; direkt in einzelne Töpfe säen
Wurzelgemüse (z. B. Möhren, Pastinaken)NeinSehr empfindliche Wurzeln; nicht in Schalen vorziehen und pikieren, sondern direkt säen
Hülsenfrüchte (z. B. Bohnen, Erbsen)NeinAufwand lohnt sich nicht; besser direkt an Ort und Stelle ins Freiland bzw. Hochbeet säen
Zimmerpflanzen (aus Samen gezogen)JaNach dem Pikieren ihrem Wärmebedarf entsprechend bei etwa 20 °C aufstellen
Tropische Pflanzen (aus Samen gezogen)JaBenötigen nach dem Pikieren eine höhere Temperatur von 22 °C und mehr

Welche Erde und welches Werkzeug brauchen Sie zum Pikieren?

Zum Pikieren benötigen Sie weiterhin nährstoffarme Anzuchterde, einzelne kleine Pflanztöpfe oder eine Multitopfplatte, eine Sprühflasche zum schonenden Angießen sowie ein schmales Werkzeug wie einen Pikierstab oder eine Pikiergabel. Wer regelmäßig für das Hochbeet vorzieht, erleichtert sich die Arbeit mit einem handlichen Set aus Kunststoff oder Holz; für einzelne Schalen reichen auch schmale Haushaltsgegenstände.

Ein häufiger Irrtum besteht darin, die zarten Sämlinge direkt beim Pikieren in stark vorgedüngte Blumenerde oder reifen Kompost zu setzen. Verwenden Sie auch für diesen Schritt unbedingt Anzuchterde. Da dieses Substrat bewusst nährstoffarm gehalten ist, muss sich die junge Pflanze anstrengen, um an Versorgung zu gelangen. Das regt sie dazu an, ein feines, dichtes Wurzelnetz im gesamten Topfballen auszubilden. In einer nährstoffreichen Erde bliebe das Wurzelwachstum träge, und das spätere Anwachsen im Hochbeet fiele deutlich schwerer. Zudem schützt die feine Struktur durchgesiebter Anzuchterde die zarten Faserwurzeln vor Hohlräumen.

Als Gefäße eignen sich kleine Einzeltöpfe aus Ton, Kunststoff oder Zellulose ebenso wie Multitopfplatten. Wer im Haushalt improvisieren möchte, kann aus leeren Toilettenpapierrollen oder Eierkartons einfache Anzuchttöpfe aus Pappe selbst herstellen. Für das Ausheben und Einpflanzen selbst greifen Gärtner klassischerweise zu zwei aufeinander abgestimmten Kleingeräten aus dem Bereich Pflanzen & Saat: Die schmale, vorne eingekerbte Pikiergabel unterfährt den Wurzelballen wie ein kleiner Spatel, während der kegelförmig zulaufende Pikierstab exakt geformte Pflanzlöcher in die neue Erde drückt. Alternativ lassen sich im Haushalt ein Bleistift, der Stiel eines Kochlöffels, ein breiterer Eisstiel aus Holz oder für winzige Sämlinge ein Schaschlikstab nutzen.

Hilfreiche Ausstattung für das Pikieren

Windhager Pikierset 2-tlg. (Pikierstab und Pikierhilfe)

Geeignet für: Gärtner, die regelmäßig Gemüse- und Kräutersämlinge auf der Fensterbank vorziehen und ein abgestimmtes Werkzeugpaar suchen.

Dieses zweiteilige Set unterstützt beim Ausheben der zarten Sämlinge aus der Aussaatschale und beim Vorbohren passender Pflanzlöcher in den neuen Anzuchttöpfen.

  • Kombiniert Pikierstab und gegabelte Pikierhilfe in einem kompakten Set
  • Handliche Form für präzises Arbeiten in engen Anzuchtschalen und kleinen Töpfen
  • Nur für feine Anzuchtarbeiten geeignet, nicht für spätere Pflanzarbeiten in fester Hochbeeterde
Bei Amazon ansehen (Affiliate-Link, öffnet Amazon)

Pikier-Set 2-teilig aus Kunststoff (Gelb)

Geeignet für: Alle, die eine pflegeleichte, feuchtigkeitsunempfindliche Pflanzhilfe für die jährliche Jungpflanzenanzucht benötigen.

Das Set aus Pikierstab und Pikiergabel dient zum wurzelschonenden Herausheben und Versetzen von jungen Setzlingen bei der Aussaat.

  • Gefertigt aus abwaschbarem Kunststoff, der sich nach der Arbeit leicht reinigen lässt
  • Auffällige gelbe Farbe verhindert, dass die schmalen Teile zwischen Töpfen und Erdsäcken übersehen werden
  • Kunststoffspitzen können bei zweckfremdem Einsatz in hartem Boden verkratzen oder nachgeben
Bei Amazon ansehen (Affiliate-Link, öffnet Amazon)

Esschert Pikierstab

Geeignet für: Einsteiger und Puristen, die beim Umsetzen mit einem einzigen, klassischen Stab arbeiten möchten.

Ein klassischer einzelner Pikierstab zum Lockern der Erde rund um den Sämling und zum Stechen gleichmäßiger Pflanzlöcher im neuen Substrat.

  • Konische Form ermöglicht unterschiedlich breite und tiefe Pflanzlöcher mit nur einem Werkzeug
  • Kompaktes Einzelgerät ohne zusätzliche Kleinteile
  • Keine separate Pikiergabel zum Unterheben sehr feiner Wurzelballen enthalten
Bei Amazon ansehen (Affiliate-Link, öffnet Amazon)

Partnerlinks: Kaufen Sie darüber ein, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis nicht.

Wie verwendet man Pikierstab und Pikiergabel, ohne Wurzeln zu verletzen?

Feuchten Sie die Erde in der Aussaatschale vorab leicht an, setzen Sie den Pikierstab oder die Pikiergabel seitlich mit etwas Abstand zum Sämling in das Substrat und hebeln Sie die Pflanze vorsichtig von unten heraus. Halten Sie den Keimling dabei ausschließlich an einem der robusten Keimblätter fest und lassen Sie die Wurzel anschließend frei in ein tief vorgebohrtes Loch im neuen Topf hängen, ohne sie nach oben umzubiegen.

Da die feinen Haarwurzeln an der Luft innerhalb kürzester Zeit austrocknen, sollten Sie die ausgehobenen Pflänzchen niemals auf Vorrat offen auf dem Arbeitstisch ablegen. Arbeiten Sie stattdessen konsequent Pflanze für Pflanze ab: Erst wird das neue Töpfchen vollständig vorbereitet, dann ein einzelner Sämling gelöst und sofort wieder eingesetzt. Achten Sie außerdem auf die richtige Pflanztiefe: Nach dem erneuten Einpflanzen sollten die Keimblätter oberhalb des Substrats bleiben, damit keine Fäulnis am Vegetationspunkt entsteht.

Schritt für Schritt: So pikieren Sie Ihre Sämlinge richtig

  1. Aussaatgefäß leicht anfeuchten

    Befeuchten Sie die Erde in der gemeinsamen Anzuchtschale kurze Zeit vor dem Pikieren leicht. Aus mäßig feuchtem Substrat lassen sich die Wurzeln deutlich leichter und mit anhaftenden Erdkrümeln lösen als aus staubtrockener oder klitschnasser Erde.

  2. Neue Töpfe mit Anzuchterde füllen

    Füllen Sie die neuen Einzeltöpfe zunächst zu etwa zwei Dritteln mit Anzuchterde und drücken Sie diese leicht an. Füllen Sie den Rest bis zum Rand mit fein durchgesiebter Anzuchterde auf, streichen Sie die Oberfläche gerade ab und drücken Sie sie nochmals sanft an. Eine ebene Oberfläche sorgt dafür, dass das Gießwasser später gleichmäßig versickert.

  3. Pflanzloch mit dem Pikierstab vorbohren

    Stechen Sie mit dem Pikierstab ein ausreichend großes und relativ tiefes, schmales Loch in die Mitte des vorbereiteten Topfes. Nutzen Sie alternativ eine größere Schale, halten Sie zwischen den einzelnen Löchern einen Abstand von fünf bis zehn Zentimetern ein.

  4. Sämling seitlich aushebeln

    Fassen Sie einen kräftigen Sämling behutsam an einem Keimblatt an. Stechen Sie mit dem Pikierstab oder der Pikiergabel seitlich in die Anzuchtschale und hebeln Sie das Pflänzchen von unten her aus der Erde, sodass möglichst viele Wurzeln unbeschädigt mitkommen.

  5. Wurzeln prüfen und einsetzen

    Sind einzelne Wurzeln bereits extrem lang gewachsen, können Sie diese leicht einkürzen – das regt die Wurzelverzweigung an. Führen Sie den Sämling über das vorgebohrte Loch und lassen Sie die Wurzel frei und gerade hineinhängen. Sie darf am Lochgrund nicht abknicken oder sich nach oben biegen.

  6. Erde andrücken und ansprühen

    Drücken Sie die Erde rund um den Sämling mit dem Pikierstab oder den Fingern leicht an, sodass guter Bodenschluss entsteht, und glätten Sie das Substrat. Befeuchten Sie die Erde anschließend vorsichtig mit Wasser aus einer Sprühflasche, damit die zarten Pflanzen nicht durch einen harten Wasserstrahl umgedrückt werden.

Vorteile

  • Frühes Trennen verhindert Licht- und Nährstoffmangel in der engen Aussaatschale
  • Nährstoffarme Anzuchterde und das Umsetzen fördern einen kompakten, dichten Wurzelballen
  • Schwache oder kränkelnde Keimlinge lassen sich direkt beim Umsetzen aussortieren

Nachteile

  • Zeitaufwendiger Arbeitsschritt mit viel Fingerspitzengefühl bei großen Pflanzenzahlen
  • Mehr Platzbedarf auf der Fensterbank durch die vielen einzelnen Töpfchen
  • Risiko von Wurzelbruch bei ungeeigneten Gemüsearten wie Gurken oder Möhren

Wie geht es nach dem Pikieren bis zum Auspflanzen ins Hochbeet weiter?

Stellen Sie die frisch pikierten Pflanzen hell auf und passen Sie die Raumtemperatur an die jeweilige Pflanzengruppe an: Vorgezogenes Gemüse und Sommerblumen gedeihen nach dem Umsetzen am besten bei gemäßigten 15 bis 18 Grad Celsius. Erst wenn die Töpfe gut durchwurzelt sind und im Frühjahr keine Fröste mehr drohen, ziehen die kräftigen Jungpflanzen endgültig ins Hochbeet um.

In den ersten Tagen nach dem Pikieren müssen sich die feinen Faserwurzeln erst wieder mit der neuen Erde verbinden. Vermeiden Sie in dieser Phase pralle Mittagssonne hinter der Fensterscheibe, da die Blätter sonst mehr Wasser verdunsten, als die Wurzeln nachliefern können. Halten Sie das Substrat mit der Sprühflasche oder durch vorsichtiges Gießen gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Neben Gemüse und Sommerblumen (15 bis 18 Grad) gelten für andere Kulturen abweichende Werte: Aus Samen gezogene Zimmerpflanzen stehen bei etwa 20 Grad richtig, während tropische Pflanzen 22 Grad und mehr benötigen.

Pflanzabstand in Schalen
5 bis 10 cm
Empfohlener Abstand, wenn Sämlinge nicht in Einzeltöpfe, sondern in eine größere Schale pikiert werden (nach NDR)
Temperatur für Gemüse
15 bis 18 °C
Ideale Aufstelltemperatur für pikiertes Gemüse und Sommerblumen, damit sie kräftig wachsen (nach NDR)
Topffüllung mit Anzuchterde
2/3 + 1/3
Zwei Drittel normal füllen und andrücken, das obere Drittel mit durchgesiebter Anzuchterde auffüllen (nach NDR)

Viele wärmeliebende Gemüsearten, Kräuter und Blumen dürfen erst im Mai nach den Eisheiligen ins Freie. Wenn der Umzug ins Hochbeet ansteht, wechseln Sie vom feinen Pikierstab zu kräftigerem Handwerkzeug: Für größere Wurzelballen greifen Sie zu einer schmalen Pflanzkelle aus Edelstahl, während für Serienpflanzungen von Salat- oder Kohljungpflanzen ein größeres Pflanzholz zur richtigen Verwendung genau die passenden Pflanzlöcher formt. Worauf Sie beim Umsetzen ins Freie achten sollten, lesen Sie im Beitrag über typische Fehler beim Hochbeet-Bepflanzen. Vergessen Sie nach getaner Anzuchtarbeit nicht, Ihre Pikiersets und Töpfe gründlich mit warmem Wasser abzuwaschen – wie Sie Gartenwerkzeug reinigen, entrosten und pflegen, damit keine Krankheitskeime ins nächste Gartenjahr übertragen werden, erklären wir im passenden Pflege-Ratgeber.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Kräftiger Wuchs statt Geilwuchs

    Einzelne Töpfe und ausreichend Licht verhindern, dass sich Keimlinge gegenseitig bedrängen und dünn in die Höhe schießen.

  • Geringeres Krankheitsrisiko

    Größere Abstände zwischen den Pflanzen verbessern die Luftzirkulation und bremsen die Ausbreitung von Pilzen in der Anzucht.

  • Schonendes Arbeiten mit Stab und Gabel

    Schmale Pikierhilfen lösen den Wurzelballen von unten aus der Erde, ohne die empfindlichen Faserwurzeln abzureißen.

  • Passende Temperatursteuerung

    Bei gemäßigten 15 bis 18 Grad wachsen pikierte Gemüsejungpflanzen kompakt und bilden ein stabiles Wurzelnetz fürs Hochbeet.

Häufige Fragen

Warum nimmt man beim Pikieren wieder nährstoffarme Anzuchterde statt normaler Blumenerde?

Nährstoffarme Anzuchterde zwingt die junge Pflanze dazu, aktiv nach Nährstoffen zu suchen und dadurch ein dichtes, weit verzweigtes Wurzelnetz auszubilden. In stark vorgedüngter Blumenerde bliebe das Wurzelwachstum gering, was das spätere Anwachsen im Hochbeet erschwert.

Darf man zu lang gewachsene Wurzeln beim Pikieren abschneiden?

Ja, sehr lange Wurzeln können beim Pikieren leicht eingekürzt werden. Das verhindert zum einen, dass die Wurzel im neuen Pflanzloch abknickt oder nach oben gebogen wird, und regt die Pflanze zum anderen dazu an, ihre Wurzeln stärker seitlich zu verzweigen.

Welche Haushaltsgegenstände ersetzen einen Pikierstab, wenn kein Spezialwerkzeug zur Hand ist?

Wer keinen Pikierstab und keine Pikiergabel besitzt, kann im Haushalt zu einem Bleistift, dem Stiel eines Kochlöffels, einem kleinen Spatel oder einem breiteren Eisstiel aus Holz greifen. Für besonders winzige Keimlinge eignet sich auch ein Schaschlikstab zum Lockern und Vorbohren.

Quellen

  1. Pikieren: Darauf kommt es beim Vereinzeln von Pflanzen an, NDR Ratgeber Garten, abgerufen am
  2. Pikieren: Tipps, Tricks und der richtige Zeitpunkt, Mein schöner Garten, abgerufen am

Über Redaktion Hochbeet-Handwerkzeug

Redaktionsteam

Die Redaktion von Hochbeet-Handwerkzeug bereitet Wissen rund um Kompaktes Gartenwerkzeug für die Pflege, Bepflanzung und Ernte im Hochbeet, Pflanzkellen & Handschaufeln, Kleingrubber, Handhacken & Kultivatoren verständlich auf.

Alle Beiträge von Redaktion Hochbeet-Handwerkzeug

Das könnte Sie auch interessieren

Junge Gemüsepflanzen und kompaktes Gartenwerkzeug zum Pflanzen und Säen auf lockerer Hochbeeterde

Pflanzen & Saat

Von der feinen Aussaat über das Vereinzeln bis zum Setzen kräftiger Jungpflanzen: So nutzen Sie den Platz optimal aus und arbeiten rückenschonend.

Pflanzen & Saat

Keimling

Von der ruhenden Anlage im Samenkorn bis zur ersten jungen Pflanze: Wie sich die Begriffe botanisch und im Gartenalltag voneinander abgrenzen.

Pflanzen & Saat

Keimblätter

Definition, botanische Funktion und Bedeutung für die Anzucht und Pflege im Hochbeet.

Alle Ratgeber im Überblick

Verständliche Antworten auf die häufigsten Fragen, sortiert nach Themen.

Zu den Ratgebern