Wie Sie anhand der Keimblätter einen Keimling erkennen
Definition, botanische Funktion und Bedeutung für die Anzucht und Pflege im Hochbeet.
Kurz gesagt
Keimblätter (Kotyledonen) sind die ersten Blätter, die ein Samen bereits im Embryonalstadium anlegt und beim Auflaufen über die Erde schiebt. Weil ihre schlichte Form oft stark vom späteren Laub abweicht, helfen vor allem Anzahl, Umriss und das erste echte Blattpaar dabei, im Hochbeet einen gesäten Keimling zu erkennen.
- Keimblätter sind bereits im Samen angelegt und versorgen den jungen Keimling durch gespeicherte Nährstoffe und erste Photosynthese.
- Sie sehen fast immer schlichter und ganzrandiger aus als die späteren Laubblätter derselben Pflanzenart.
- Bei der Vorzucht gilt das Erscheinen des ersten echten Blattpaars nach den Keimblättern als Signal für das Pikieren.
Keimblätter (fachsprachlich Kotyledonen) sind die ersten blattartigen Organe einer Pflanze, die bereits im Samen angelegt sind und beim Auflaufen als Erstes ans Licht treten. Sie speichern Nährstoffe oder betreiben erste Photosynthese, bis der junge Keimling eigene Wurzeln und typische Laubblätter sogenannte Primärblätter ausgebildet hat.
Merkmale und Praxisbezug im Hochbeet
Wer im Frühjahr im Hochbeet einen bestimmten Keimling erkennen möchte, stößt oft auf eine Schwierigkeit: Die Keimblätter haben meist eine sehr einfache, rundliche, herzförmige oder schmal-lanzettliche Form, die kaum an die ausgewachsene Gemüse- oder Kräuterpflanze erinnert. Erst das darauffolgende erste echte Blattpaar zeigt die arttypische Zahnung, Fiederung oder Behaarung. Nach der Ausbildung dieser ersten echten Blätter verfärben sich die Keimblätter oft gelblich und fallen ab.
Für die Arbeit auf engem Raum liefern Keimblätter zwei wichtige Hinweise. Zum einen markiert die Bildung der ersten echten Blattpaare oberhalb der Keimblätter bei vorgezogenem Gemüse und Sommerblumen den Zeitpunkt zum Vereinzeln – wie Sie dabei vorgehen, zeigt der Ratgeber zum Sämlinge pikieren. Zum anderen schützen genaue Kenntnisse der Keimblattformen (etwa herzförmig eingekerbt bei Rettich und Kohl oder schmal-spitz bei Tomaten und Möhren) davor, bei der frühen Bodenpflege versehentlich Kulturpflanzen statt auflaufender Beikräuter zu jäten.
Quellen
- Bestimmungshilfe Laubbäume – Keimlinge (LWF-Merkblatt 32), Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF), abgerufen am
- Keimlinge, Sämlinge, Jungpflanzen und Blattrosetten, Botanischer Bochumer Verein e. V., abgerufen am
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Ausläufer
Botanische Definition, Funktion bei der vegetativen Vermehrung und Bedeutung für die Pflege auf engem Raum.